elisabeth hahnke coach und trainerin

Augustwort: Veränderung

Mantra für den Monat August: Schritt für Schritt auf meine Weise. Schrittweise eben.

Diesen Monat widme ich meine Artikel allen, die gerade in Veränderungsprozessen stecken. Und das sind in meinem Umfeld im Moment sehr viele. Überall stoßen sich Menschen gerade an überalterten Strukturen, die für sie nicht mehr funktionieren. Rollenmodelle, die vor einigen Jahren noch attraktiv erschienen, sind plötzlich zu eng geworden. Die Arbeit, in die man so viel Zeit und Wissen investiert hat, ist nicht mehr inspirierend. Etwas Altes muss gehen, damit etwas Neues, Lebendigeres entstehen kann. Solche Zeiten sind für die meisten nicht einfach, weil das Sicherheitsdenken das Alte erhalten will und die Inspiration schon ins Neue strebt. Weil noch nicht klar ist, wie sich das Neue wirklich umsetzen will, und wie man davon leben kann. Weil das Gewohnheitstier und der Gestalter in uns in ewigen Diskussionen ihre Schleifen drehen. Ein Schritt vor, zwei zurück, stehen bleiben, springen, im Kreis rennen, wieder zurück und dann doch mutig weitergehen. Das strengt einfach an.

Ich finde, wir lernen am besten über Erfahrungen – seien es unsere eigenen oder die von Menschen, die durch ähnliche Situationen gegangen sind, die uns noch bevorstehen. Und um Dir und meinen Coaching-Klienten Mut zu machen, habe ich im Juli drei Frauen interviewt, die ihre eigenen großen Veränderungsprozesse schon durchlaufen haben. Sie erzählen davon, wie ihre Berufung an ihr Herz geklopft hat, wie sie neue Wege für sich gefunden haben ihr Leben so zu gestalten, dass es ihnen wirklich entspricht. Sie sprechen vom Zauber der Veränderung und allen Widerständen, die mit auftauchen, wenn man etwas Neues wagt. Ihre Geschichten sind echt und wundervoll. Gespickt mit Mutproben, Hingabe, und der Sehnsucht, sich selbst zu kennen und mit dem eigenen Potential einen positiven Unterschied in der Welt zu machen. Ich habe diese tollen Frauen bei mir zu Hause interviewt und unsere Gespräche aufgenommen, denn ich hoffe, dass Du den August irgendwo am Strand, in den Bergen oder einer wunderschönen Stadt verbringst. Die Podcast-Interviews kannst Du Dir nämlich herunterladen, Ohrenstöpsel rein und ab auf den Liegestuhl – ob in Italien oder auf Balkonien. Ich dachte mir, dass dieses Format Dir in Deinen Sommerferien am meisten dient. Du kannst Dich also auf nächste Woche freuen!


Und für diese Woche möchte ich Dir noch 10 Ideen zum Thema Veränderung mitgeben, die aus meinem Erfahrungsschatz gewachsen sind. Ich hoffe sie dienen Dir auf Deinem Weg:

  1. Wenn ein Veränderungswunsch in Dir auftaucht, dann sei neugierig auf ihn. Etwas scheint noch nicht ganz für Dich in Deinem Leben zu stimmen und das macht sich als Unmut breit. Erforsche Deinen Unmut, schau genau hin: Was möchte sich verändern? Veränderung kann auch als Inspiration bei Dir aufleuchten. Sei offen und spiel ernsthaft mit den Vorschlägen, die Deine Inspiration Dir bringt. Ein Veränderungswunsch ist noch kein Auftrag. Du darfst erst einmal genau hinschauen, was gehen und was kommen will.
  2. Wenn Du Dich für Deinen Veränderungswunsch entschieden hast, dann wechseln sich oft die ängstlichen und die begeisternden Stimmen und Gefühle in Deinem Kopf ab. Es fühlt sich dann manchmal, wie ein Spagat zwischen dem alten und neuen Leben an. Das ist anstrengend. Deswegen achte in Veränderungsprozessen auf Dich. Sei gut zu Dir und lass Dich unterstützen.
  3. Veränderung geschieht UND Du wirkst an Deinen eigenen Veränderungsprozessen mit. Du kannst es Dir in Veränderungsprozessen leicht- oder schwer machen, mit der neuen Flussbiegung mitfließen oder in den Widerstand gehen. Veränderung geschieht sowieso, UND Du bestimmst durch Deine Haltung und Dein Handeln, in welcher Qualität sie sich entwickeln kann.
  4. Veränderung ist messy, chaotisch und oft wirbelt es Dich durcheinander. Das ist okay. Das ist eine ihrer Qualitäten. Lass die Bewertungen raus und vielleicht findest Du sogar Dein Vergnügen an dieser neuen Lebendigkeit.
  5. Wenn Du jemand bist, der durch sein Leben hastet, nimm Dir Zeit für Deinen Lebensumbau, und wenn Du eher dazu neigst, nicht aus den Pötten zu kommen, dann gehe beherzt voran. Finde Dein eigenes Tempo. Weder Stagnation noch Stress dienen Dir jetzt.
  6. Übe Dich in Vertrauen und wähle den Weg der kleinen Schritte. Du hast eine neue Lebensvision, aber noch keinen genauen Plan? Das ist doch schon einmal ein Anfang! Du hast schon einen Plan, aber für Deine Selbstständigkeit noch keine Kunden? Trotzdem wunderbar! Du bist einen Schritt weiter auf Deinem Weg und vor Dir liegt eine neue Frage, für die Du viele Antworten finden kannst.
  7. Priorisiere in Veränderungsprozessen gut. Was ist wichtig, und was kann noch warten? Manchmal wollen wir alles wie gehabt machen und überfordern uns. Lade Dir nicht zusätzlich etwas auf, dass Du auch in einem Jahr noch gut machen kannst. Wenn Du z.B. gerade umziehst, lass den Spanischsprachkurs, den Du schon immer machen wolltest, doch einfach sausen, und plan ihn ein, wenn Du in Deinem neuen Zuhause angekommen bist.
  8. Erde Dich gut im Moment. „Jetzt“ ist selten schwierig. Wenn sich Dinge verändern, dann sind wir oft unsicher. Sobald unser System Angst bekommt, fangen wir an uns Geschichten zu erzählen: „Was wenn es nicht klappt?“ „Wenn ich jetzt kündige, finde ich keinen Job!“ „Durch den Umzug verliere ich meine Klienten!“ Diese Geschichten machen uns noch mehr Angst und schon sind wir nicht mehr geerdet, sondern verlieren uns im Kopf. Drei tiefe Atemzüge helfen in solchen Momenten immer. Atme, komm in Deinem Körper an und dann frage Dich: „Jetzt in diesem Moment, was steht da an? Was ist zu tun? Was ist dran?“ Das „jetzt“ ist nämlich selten schwierig.
  9. Plane Unwägbarkeiten mit ein. In Veränderungsprozessen begeben wir uns auf neues Terrain. Wir können nicht genau einschätzen, was uns erwartet, und wie viel Zeit die neuen Aufgaben in Anspruch nehmen. Es ist völlig normal, wenn Dir mitten im Wandel eine Überraschung begegnet.
  10. Du bist immer auf dem richtigen Weg, weil Du auf DEINEM Weg bist. Deine Veränderung ist wichtig für Dich. Vertrau darauf. Du willst Dich irgendwo hinhaben, wo etwas auf Dich wartet, dass Dir noch mehr gefällt als das Alte. In dem Sinne ist Veränderung auch immer die Brücke, die näher zu Dir selbst führt. Und das ist doch grandios!

Wer von Deinen Freunden und Bekannten ist gerade mitten in einem Veränderungsprozess? Teile den Artikel und die Ideen mit ihnen und schicke Ihnen Deine Unterstützung.

Teile Deine Ideen in den Kommentaren: Was sind Deine Erfahrungen mit Veränderungsprozessen? Was dient Dir, um mutig und mit Vorfreude eine neue Weggabelung zu nehmen?

Alles Liebe

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3 Gedanken zu “Augustwort: Veränderung

  1. Antonia

    Liebe Elisabeth,

    vielen Dank für diesen Eintrag, der genau richtig kommt 🙂

    Ich stecke seit einer Weile in einem Veränderungsprozess und was ich in den letzten Monaten gelernt habe, ist, Höhen und Tiefen, Tatendrang und Zurückziehen als solche zu akzeptieren ohne diese Phasen zu werten. Denn in beiden Seiten steckt etwas Wertvolles.

    Was mir Mut macht, Veränderung(en) entgegen zu treten und diese anzugehen ist die Erkenntnis, dass Veränderung die wohl einzige Konstante des Lebens ist UND dass – auch wenn man in dem Moment vielleicht nicht immer klar sieht – im Nachhinein die Punkte miteinander verknüpft werden. Es kommt schon gut und so wie es soll. Womit wir dann bei dem auch von dir angesprochenen Vertrauen sind.

    Herzlich,
    Antonia

    1. Elisabeth Post author

      Liebe Antonia,

      Ja, das stimmt. Im Stillstand, in der Bewegung – überall steckt etwas drin, das wertvoll ist. Und im Nachhinein können wir das immer besser erkennen.
      Danke für Deine inspirierenden Worte!

      Alles Liebe
      Elisabeth

  2. Nic

    Liebe Elisabeth, es ist jedes mal ein Volltreffer für mich und was ich brauche wo ich stehe! Mir hilft auch sehr das üben im JETZT zu sein, denn für eine vollblut Machern, planerin, Projektmanagerin ist das jetzt enorm wichtig. Denn meist will ich zu viel auf einmal und am besten gleich und natürlich will mein Kopf wissen wie….alles Liebe nic

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