Gesa’s Frage: Wie genieße ich Dinge nur für mich selbst, auch wenn ich meine Ziele noch nicht erreicht habe? Denn, es ist ja verschwendete Zeit, wenn ich jetzt Schwimmen gehe. Ich müsste doch hart und emsig an meinem Ziel arbeiten.

Du möchtest zwei sich scheinbar ausschließende Dinge. Einerseits willst Du konzentriert und hart an der Erreichung Deiner Ziele arbeiten, andererseits möchtest Du Dich auch entspannen, Zeit vertrödeln und Dinge tun, die Dir einfach nur gut tun.

Die erste wichtige Erkenntnis ist, dass beides sich gar nicht ausschließt. Es ist durchaus möglich 6-8h konzentriert und mit kleinen Zwischenpausen an seinem Ziel zu arbeiten und dann Schwimmen zu gehen. Du kannst das. Nur gibt es irgendeine Idee in Dir, die das verhindert. Solange Du beide Positionen gedanklich trennst, kannst Du sie nicht gemeinsam realisieren.

Räume Platz für beide Seiten in Deinem Leben ein. Vielleicht merkst Du auch, dass sie sich bedingen und gegenseitig nähren. Denn Entspannung ohne Anspannung, ist genauso attraktiv wie ein Gericht ohne Gewürze! Und Anspannung ohne Entspannung, wird schnell zur Verkrampfung. Verkrampft an Aufgaben zu arbeiten, ist allerdings wenig erfolgsversprechend. Du musst also sowieso Platz für beide Seiten einräumen, wenn Du erfolgreich sein möchtest und Spaß haben willst.

Schau Dir zunächst einmal an, wie Du Deine Arbeit strukturierst:

  • Hast Du ein größeres Ziel, das Dich begeistert?
  • Kennst Du Deine Wochen- und Tagesziele?
  • Weißt Du welche Aufgaben anstehen, um Deine Ziele zu erreichen?
  • Ist Deine Zeitplanung realistisch?
  • Gibt es Raum für kleinere Zwischenpausen?
  • Räumst Du Dir am Tag Zeiten für Erholung ein?

Wenn Du alle Fragen mit „Ja“ beantworten kannst, dann steht auf der Handlungsebene Deinem Wunsch nach Erholung nichts entgegen. Falls Du einige Fragen mit „Jein“ oder „Nein“ beantwortet hast, finde Deine Antworten zu diesen Fragen. Klarheit schafft Sicherheit.

Vielleicht möchtest Du auch einen kleinen Trick anwenden. Deine Frage impliziert, dass Du Dir erst Zeit für Entspannung gönnen möchtest, wenn Du Deine Ziele erreicht hast. Du fragst: „Wie genieße ich Dinge nur für mich selbst, auch wenn ich meine Ziele noch nicht erreicht habe?“ Indem Du Dich nicht auf das große Ziel fokussierst, sondern auf die Schritte die vor Dir liegen! Anstatt zu sagen: „Wenn ich den Traumjob habe, dann belohne ich mich mit…“ oder „Wenn ich den Karrieresprung gemacht habe, dann darf ich…“, deklarierst Du: „Nachdem ich vier tolle Bewerbungen abgeschickt habe, gehe ich spazieren.“, oder „Wenn ich mein Wochenziel erreicht habe, gehe ich Schwimmen!“

Blockaden liegen aber nicht immer auf der Handlungsebene. Oft ist uns sehr klar, was wir machen müssten, um unsere Absicht zu ermöglichen. Deine Absicht ist es, konzentriert zu arbeiten und damit erfolgreich zu sein. Du willst Dir aber auch Zeiten der Entspannung und des Vergnügens erlauben. Irgendwie scheint etwas in Dir, aber nicht daran zu glauben, dass beides für Dich möglich ist. Schau also genau hin!

Die Fragen, die ich für Dich habe sind Folgende. Bitte finde Deine eigenen Antworten, ich gebe nur Beispiele zum besseren Verständnis:

Wie bewertest Du Dich, wenn Du Dir größere Erholungszeiten gibst und wie fühlen sich diese Gedanken an?

  • „Ich bin inkonsequent und faul. Das frustriert mich.”
  • „Ich bin nicht erfolgreich, wenn ich nicht hart genug arbeite. Ich fühle mich kraftlos.“

Wie gut kannst Du Deine Absicht (Erfolg und Erholung) mit diesen Überzeugungen realisieren? Welche Absicht realisierst Du mit diesen Beurteilungen eher?

  • „Wenn ich denke, dass ich inkonsequent bin und mich frustriert fühle, dann ist es sehr anstrengend meine Absicht von Erfolg und Erholung zu realisieren.“
    „Wenn ich davon überzeugt bin inkonsequent und faul zu sein, entsteht eher Unkonzentriertheit und das Gefühl nicht erfolgreich zu sein zu können…“

Jetzt ist Zeit für Wandel: Sind diese Beurteilungen wahr? 100%ig eindeutig und immer? Finde zu allen Beurteilungen drei Gegenbeispiele. Wie fühlen sie sich an?

  • „Ich bin konsequent und fleißig, weil ich mich ernsthaft mit meinem Ziel und meiner Produktivität auseinandersetze, genau zu meinen Widerständen hinschaue und bereit bin sie zu lösen. Ich fühle mich kraftvoll und zuversichtlich.“

Was ist jetzt anders? Welche Erkenntnisse hast Du jetzt? Gibt es einen Grund an Überzeugungen festzuhalten, die Du als unwahr entlarvt hast? Lass die Antworten in Dir entstehen, nimm Dir Zeit!

  • Etwas ist vielleicht anders, weil Du siehst, dass es lediglich Ideen sind, Geschichten, die Du Dir erzählst, die Dich frustrieren und beunruhigen. Du bist vollkommen ok und sicher.

Welche Erlaubnis fehlt Dir?

  • „Mir fehlt in diesem Kontext konkret die Erlaubnis, Spaß zu haben, ohne etwas zu leisten.“
  • „Ich bin nur ok, wenn ich auch etwas dafür tue.“

Jetzt ist Zeit für Wandel: Welche Erlaubnis darfst Du Dir geben?

  • „Ich darf einfach so Spaß haben und entspannen!“
  • „Ich bin ok. Einfach so.“

Was hindert Dich daran, Dir diese Erlaubnis zu geben und wie fühlt sich das an?

  • „Wenn ich mir die Erlaubnis gebe, „einfach so“ Spaß zu haben, werde ich nie erfolgreich! Ich fühle mich gestresst.“
  • „Wenn ich viel arbeite und leiste, bin ich ok! Das macht Druck.“

Jetzt ist Zeit für Wandel: Sind diese Überzeugungen wahr? 100%ig eindeutig und immer? Finde zu allen Beurteilungen drei Gegenbeispiele. Wie fühlen sie sich an?

  • „Es erhöht meine Kreativität und Produktivität, wenn ich mir auch einmal eine größere Pause gönne. Das fühlt sich entspannter an.“
  • „Ich bin immer schon ok. Und ich bin gern leistungsfähig und erfolgreich, aber auch entspannt und vergnügt. Ich bin beides. Und das ist ok. Das fühlt sich weiter und freier an.“

Finde Deine eigenen Antworten zu diesen Fragen. Lass Sie in Dir wirken. Nimm Dir Zeit für diese Überprüfung und Auseinandersetzung. Warte bis die Erkenntnisse an die Oberfläche kommen.

Dann frage Dich zuletzt:

Welche inneren Ressourcen würden es mir jetzt erlauben, entspannt Schwimmen zu gehen, obwohl ich mein großes Ziel noch nicht erreicht habe?

  • Mitgefühl, Selbstliebe, Vertrauen

Was wäre ein Ausdruck von …Mitgefühl, Selbstliebe, Vertrauen… in diesem Kontext und in diesem Moment?

  • Samstagmorgen Schwimmen gehen
  • Einen Abendspaziergang machen
  • In der Mittagspause mit einer Freundin plaudern
  • Sich die Zeit zu gönnen, die es braucht, ein Ziel zu erreichen

Tauch in Deine Antworten ein, nimm wahr, wie sie sich anfühlen und wenn weitere Fragen aufkommen, stelle sie an Dich. Höre Dir zu.

Die Antworten zur Lösung Deiner Herausforderung, liegen in Dir. Ohne Zweifel.

Lust zu teilen?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.