Januarwort: Alltagswunder

Mantra für den Monat Januar: Ich liebe meinen Alltag!

Alltag. Ein wirklich unterbewerteter Begriff.

Es ist an der Zeit, dem Alltag sein Randdasein zu nehmen und ihn einmal liebevoll in den Hintern zu knuffen. Mal „Entschuldigung“ zu sagen, für all das Stöhnen und entnervte Augenrollen, dass wir unserem Alltag immer wieder zumuten. Mal kurz anhalten und ihm in die Augen schauen, anstatt durch ihn hindurch zu rennen. Danke, Alltag! Du treuer Hund!

Alltag, ALL-TAG, alle Tage… Moment mal… das wäre ja… mein Leben!

Was für eine schöne Zeit, sich am Anfang des neuen Jahres mal mit dem Alltag auseinanderzusetzen, anstatt ausschließlich an gute Vorsätze und frische Ziele zu denken. Denn schließlich machen ALLE TAGE, dieses Jahr zu etwas Wunder-vollem, Paradoxen, Aufregendem – oder eben nicht.

Wie ich mich in meinen Alltag verliebt habe – eine lange Geschichte

Ich habe seit nunmehr 15 Jahren (OMG) eine spirituelle Praxis. Für mich bedeutet das:

  1. Mich von altem Gepäck zu befreien (olle Glaubenssätze, alte Verletzungen, Selbstverneinung, automatische Bewertungen und so Gerümpel)
  2. Erkennen wer ich bin, was ich liebe, was mich umtreibt und begeistert – und das zu leben
  3. Die unendliche, bedingungslose Liebe in mir zu erforschen und zum Leben zu erwecken (ich… LIEBE es!)
  4. Und…DANKBARKEIT

Woran erkennt man, dass diese Arbeit (die durchaus sehr anstrengend sein kann) Früchte trägt? Schließlich muss man durch seinen ganzen Schissel, um in sein volles Potential eintauchen zu dürfen. The Schissel will be part of it, trust me. Also wann erkennt man, dass es sich lohnt? Wirklich lohnt?

Im ALLTAG!

Der Alltag wird heilig. Humorvoll. Leichter. Dein Freund. Dein Begleiter und Kompagnon. Deine heimliche Liebe. Nicht immer, das wäre wirklich übertrieben. So wie es mit meinem Liebsten auch mal Krach gibt, verkrach ich mich auch ab und zu mit meinem Alltag. Trotzdem: Heilig kommt ja von „ganz“, im Englischen sieht man es noch: „holy“ und „whole“. Ganz, bedeutet für mich: vollkommen. Voll kommen, ganz da sein eben. Und schon landen wir im Moment: the present moment, the Present: unser Geschenk an uns selbst. Und wo soll dieser gegenwärtige Moment vorkommen, wenn nicht im Alltag?

Noch vor gar nicht allzu langer Zeit, empfand ich den Alltag eher als… sagen wir mal… störend. Früher empfand ich es z.B. tatsächlich als Strafe zu putzen oder aufzuräumen. Ich meine: Ich hatte genug damit zu tun, die Welt retten zu wollen! Deswegen hatte ich vor genau 10 Jahren eine Matratze, die man zusammenklappen konnte und einen Koffer. Keinen Schrank, nö. Keinen Teppich, quatsch. Und auch sonst nichts Materielles um das ich mich groß kümmern musste. Den Kopf in den Büchern, habe ich lieber zwischen den Worten meiner verehrten Theoretiker und Wissenschaftler verbracht, um herauszufinden, wie man nicht doch noch einen positiven Unterschied in dieser verrückten Welt machen könnte. Soviel dazu.

Neun Jahre später finde ich mich in unserer Münchner Wohnung, bewaffnet mit einem Putzlappen, auf den Knien unseres Küchenbodens wieder. Und… ich empfinde eine berauschende Freude. Eine Liebe und Dankbarkeit, für die mir die Worte nicht ausreichen: „Ich habe einen Küchenboden! Der wird sauber, wenn ich mit dem Lappen drüber wische! Auf dem können wir stehen und gehen und tanzen und hüpfen! Ich habe eine… KÜCHE! Ich kann kochen und schmecken und riechen und… diese wunderbare Erde gibt uns… ALLES… Luft zum Atmen und Orangen zum Schälen und Kartoffelchips zum Naschen! …“ So ging das noch eine Stunde weiter. Rote Backen, auf den Knien und wisch und weg und wedel und wupp. DAS war ein Moment in dem ich wusste: Das hat sich gelohnt! All das Hinschauen und Weinen und Heilen und Ausrichten und Neudenken und Ausmisten von alten Ideen, die keinem dienen. Das war also mein Moment des Erwachens. Unter dem Küchentisch.

Und das war der Beginn einer großen Liebe. Die Liebe zu meinem Alltag. Mein Bett… mhhhh so warm, so geborgen. Der Morgenkaffee so heiß und süß, Wahnsinn! Das Wasser aus dem Wasserhahn, so frisch und kühl. Zähneputzen…. lecker! Nasendusche… OMG… Nasendusche ist so gut! Whatsapp-Gebimmel – oh wie mich das nervt und dann die Überraschung: eine Nachricht voller Herzen und Smileys von einer lieben Freundin. Und dann der Honigtoast – unglaublich! Ich könnte hier ewig so weitermachen, aber ich will Dir nicht auf die Nerven gehen.

Ich will das Du weißt: Dein Alltag liebt Dich. Und er hat tausend-und-ein Geschenke für Dich. Riech mal, fühl mal, spür mal, halt mal an und inne. Hör mal, schau mal, denk mal, nimm mal WAHR. Wenn Du jeden Tag mindestens 10 Dinge erkennst, die so alltäglich sind, dass man schon drüber stolpern möchte. Und wenn Du dann eben nicht drüber stolperst, sondern kurz stehen bleibst und sagst: „Aha, dieser ‚Schatz, komm gut an‘ – Kuss fühlt sich ja wundervoll an“, dann bist Du da. Vollkommen, ganz. Und das… ALL-TÄGLICH. Was könnte es Schöneres geben?

Inspiration to go:

1) Wenn Du Lust hast, dann schreib’‘ doch mal einen Liebesbrief an Deinen Alltag.
2) Oder leg eine Dankbarkeitsliste mit den unscheinbarsten, kleinsten, alltäglichsten Dingen an.
3) Oder beobachte, bei welchen Tätigkeiten Du Deinen Alltag verdonnerst und zum *%&§$“! schicken möchtest. Nimm nur wahr. Vielleicht ändert sich schon etwas, nur indem Du dem *$&%$§! Raum gibst.

Wie auch immer. Das wünsche ich Dir für dieses neue Jahr: Alltagswunder. Alltagsliebe. Alltagsfreude. Alltagsveränderung. Alltagsschönheit, Alltagsfrieden. Oder auch…

  • Alle Tage, Wunder.
  • Alle Tage, Liebe.
  • Alle Tage, Freude.
  • Alle Tage, Veränderung.
  • Alle Tage, Schönheit.
  • Alle Tage, Frieden.

Hab eine gute Woche! Und wenn Du jemanden kennst, dem dieser Text ein Lächeln auf die Lippen zaubern könnte, dann share the Love!

Kopf hoch, Herz offen und Rock’n Roll!

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4 Gedanken zu “Januarwort: Alltagswunder

  1. Nicole

    Wie immer ein ganz wundervoller Artikel voller Energie. Vielen Dank, liebe Elisabeth. So schön, dass es dich gibt <3

  2. Samira

    Oh wie schön, liebe Elizabeth! Wie herrlich erfrischend! Ich musste die ganze Zeit breit Lächeln während ich deinen „alltäglichen“ Text las. Danke fürs Erinnern.
    Nicht nur an die Wunder des Alltags. Sondern auch, dass wir irgendwann begreifen, wozu dieser spirituelle Weg, der so oft Schmerzt und anstrengend ist, und dennoch dient. Ich freue mich auf diesen Moment im Alltag.
    Alles Liebe,
    Samira

    1. Elisabeth Post author

      Danke liebe Samira, so gut von Dir zu lesen. Ja, manchmal kann man sich schon wundern, warum man sich dem Weg hingibt, oder? Dann ist es anstrengend und paradox. Aber es lohnt sich, Stück für Stück erobern wir uns unsere Freiheit zurück und finden dabei unsere Liebe. Wow.

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