elisabeth hahnke coach und trainerin

Januarwort: VERTRAUEN

Mantra für den Monat Januar:
Ich traue mich, mir selbst treu zu sein. Ich bin sicher in mir.
Ich gehe los. Der Boden hält. Ich bin getragen.
Wer hätte das gedacht?

Hallo, Du lieber Mensch! Wir beginnen unsere Reise. Ein neuer Atemzug, ein neuer Moment, ein neuer Tag, ein neuer Monat, ein neues Jahr!

Vertrauen ist das Thema mit dem wir in den Januar starten. Hui. Wir nähern uns dem großen Wort am besten mit kleinen Schritten. Die Wiederherstellung von Vertrauen ist vielleicht das Herz unserer Arbeit und auch: die Arbeit unseres Herzens.

Goethe fand: „Sobald Du vertraust, weißt Du zu leben.“ Mir gefällt der Satz. Als ich ihn las, habe ich sofort unsere Tochter im Blick. Wie sie auf die Welt gekommen ist und ihr ganzes Sein, Hingabe an uns war. Sie war im absoluten Vertrauen, dass wir sie lieben – egal was passiert. Sie vertraute, dass wir für sie da waren. Sie hatte auch keine andere Wahl. Und je mehr wir ihr Vertrauen erfüllten, desto mehr vertraute sie in sich selbst.

Das Wort Vertrauen, enstammt dem gotischen Wort trauan und dieses Wort gehört zur Wortgruppe „treu“. Das finde ich spannend. Also Vertrauen, trauen, Treue. Ich vertraue mir, könnte dann heißen:

Ich traue mich, mir selbst treu zu sein.

Ich habe überlegt, wie ich das Thema mit Dir angehe. Und ich denke, der schönste Startpunkt ist wirklich SELBST-Vertrauen. Denn, ganz ehrlich, es macht gar nicht so viel Sinn, ins Leben zu vertrauen: Du beobachtest schmerzvolle Situationen, erlebst Verluste und fühlst Menschen leiden. Wie könntest Du dazu „Ja“ sagen? Aus meiner Erfahrung, entsteht viel Misstrauen und innerer Zweifel, weil wir unser Vertrauen aufs falsche Pferd setzen.

Ich vertraue dem Leben (dass es mir nur Gutes bringt.)
Ich vertraue meinem Partner (dass er mir nur Gutes bringt.)
Ich vertraue meinem Job (dass er mir nur Gutes bringt.)
Ich vertraue meinem Buchprojekt (dass es mir nur Gutes bringt.)

Sobald ich dorthin vertraue, kommen leise Zweifel hervor gekrochen…

Das Leben hat mir allerdings auch schon ordentlich Mist vor die Tür gesetzt.
Mein Partner und ich haben uns in letzter Zeit schon ziemlich gestritten.
Ehrlich gesagt, nervt es mich, dass meine Vorgesetzte so eng und kontrollierend führt.
Das ich unbedingt will, dass mein Buchprojekt ein voller Erfolg wird, macht mich nervös. Ich kann gar nicht mehr frei meine Gedanken aufschreiben!

Das Leben ist lebensgefährlich, bemerkte Erich Kästner. Es ist unberechenbar, magisch und abenteuerlich. Mit tiefem Vertrauen durch dieses Leben zu gehen, heißt (sich selbst) innerlich sicher zu sein. Du musst dem Leben nicht vertrauen. Lass‘ diese Idee für einen Moment los. Aber, wie wäre es, wenn Du Dir vertrauen würdest? Wenn alle inneren Verneinungen, zu einem tiefen JA würden?

Vertrauen ist die Fähigkeit gewiss darüber zu sein, dass Du zu jedem Zeitpunkt in Deinem Leben, für Dich einstehen wirst. Vertrauen ist die innere Gewissheit, dass Du alle Ressourcen in Dir hast, um mit dem Leben auf wunderbare Weise umzugehen – in guten wie in schlechten Zeiten.

Wenn ich mir selbst vertraue, dann weiß ich, dass ich aus Zitronen…

  • Limonade mache und sie im Park verschenke
  • Zitronenkuchen backe und dann alle meine Liebsten zum Kuchentratsch einlade
  • Geheime Tinte bastle und meinem Partner in unsichtbarer Schrift eine Liebeserklärung schreibe, die mir selbst die Röte in die Wangen treibt
  • Zitronenbonbons herstelle und sie höchstpersönlich alleine lutsche

Vertrauen ist die Gewissheit, dass ich mit dem Leben JETZT umgehen kann – egal, was es mir zeigt.

Stell‘ Dir vor, Du würdest Dir 100% selbst auf diese Art vertrauen! Und dann erinnere Dich…irgendwann war es genauso. Du bist auf die Welt gekommen und hast Dich ihr vollständig anvertraut.

Vielleicht denkst Du: „Ja, klar. Aber komm‘ schon! Ich bin jetzt 30 und nicht mehr 3 Monate! Zwischenzeitlich ist ja was passiert, was mein Vertrauen geschwächt hat!“ Das stimmt.

Und dennoch. Du vertraust in jedem Moment, genauso wie damals. Du hast es nur vergessen. Denk‘ einmal an Deinen Atem. Zu atmen ist doch wirklich lebensgefährlich! Du atmest ein, dann atmest Du aus…und diese kleine Pause zwischen Ein- und Ausatmen ist Deine Hingabe ans Leben. Denn Du vertraust 100%, dass der nächste Atemzug schon geschehen wird. Du denkst nicht darüber nach. Du machst es nicht kompliziert. Du zweifelst nicht Deine Fähigkeit zu atmen an. Es geschieht. Du bist Dir sicher. Du bist gewiss. Und weil Du Dir sicher bist, lässt Du tief los. Atmest alles aus. Bis…der nächste Atemzug wieder in Dich hineinströmt. Wenn es um Dein tiefes Vertrauen in Dich selbst geht, dann nimm‘ Dir Deine Atmung zum Vorbild.

Die ersten Vertrauensübungen

Vertrauen brauchst Du immer dann, wenn Dir das Unbekannte begegnet oder wenn Du nicht die 100%ige Kontrolle über etwas hast (also immer). Vielleicht hast Du Dich die letzten Tage auf das Jahr 2017 ausgerichtet und für Dich eine Vision entwickelt. (Wenn nicht, dann nimm‘ Dir gern mein Workbook für den Jahreswechsel zur Hilfe. Du findest es im Community-Bereich.)

Bestimmt hast Du Wünsche, denen Du folgen möchtest, Projekte die abgeschlossen oder begonnen werden wollen. Immer wenn wir über uns hinauswachsen, brauchen wir dieses innere Vertrauen in unsere Fähigkeiten. Vertrauen ist uns zwar immanent, wird aber meist erst DURCH den Schritt fühlbar! Du verlässt Deine Komfortzone – freiwillig oder unfreiwillig. Es fühlt sich unangenehm an. Jetzt warte nicht bist Du Dich bereit fühlst weiter zu gehen, warte nicht auf die innere Sicherheit, bevor Du losgehst. Du musst Deine Schritte tun, erst wackelig, später mächtig geerdet.

Vertrauen wird spürbarer mit jedem Schritt.

Die tägliche Übung:

Das Mantra:
Lass‘ tagsüber alle drei Stunden Deinen Handy-Alarm klingeln. Jedes Mal, wenn Dein Handy piept, kannst Du kurz innehalten und an das Mantra dieses Monats denken:

Ich traue mich, mir selbst treu zu sein.
Ich gehe los. Der Boden hält.
Ich bin getragen.

Die Meditation:
Angst und Unsicherheit entstehen meist dann, wenn unsere Gedanken in die Vergangenheit oder Zukunft fliegen. Inneres Vertrauen wächst in dem Maß, in dem wir es schaffen uns mit dem Moment zu verbinden. Diese Übung ist sehr kurz, unaufwendig und dabei unglaublich kraftvoll.

Stell‘ Deinen Wecker auf 3 Minuten, nicht mehr. Du kannst diese Übung überall anwenden. Im Bus, an der Haltestelle, im Meeting, auf Klo, beim Kochen oder duschen. Beobachte Deinen Atem. Beobachte insbesondere den Moment, zwischen dem Ein- und Ausatmen. Die Pause, in der nichts geschieht. Nimm‘ wahr, wie sich Dein Körper nach jedem Loslassen der Ausatmung wieder mit Atem füllt. Beobachte, die Hingabe und das tiefe Vertrauen, dass Du in jedem Moment zeigst.

Die Reflexionsübung:

Schnapp‘ Dir einen Stift und Dein Notizbuch. Und lass die Antworten aus Dir heraus purzeln:

Auf einer Skala von 1-100 (in %) – wie stark vertraust Du Dir im Moment?

Wenn Du zum Beispiel spontan sagst: “Ich vertraue mir im Moment zu 60%.” Dann reflektiere die kommenden Fragen bezugnehmend auf die 60%, die Du Dir vertraust und bezugnehmend auf die 40%, die Du Dir noch nicht vertraust:

Nehmen wir die erste Frage:
“Wie fühlt es sich an, wenn Du Dir 60% vertraust?”
“Hm, in manchen Lebensbereichen schon sehr sicher und warm. Wenn ich mit meinen Freunden zusammen bin, kann ich ganz loslassen und wirklich authentisch sein. Wenn ich mir vertraue, dann fühle ich mich stark und selbstbewusst. Ich weiß was ich will und kann dafür losgehen. Es ist irgendwie ganz leicht! Aber es gibt noch ein Zögern, nämlich in meinem Beruf.”
“Wie fühlen sich die 40% Misstrauen in Dir an?”
“In den Momenten, in denen ich mir nicht vertraue, fühle ich mich auf verlorenem Posten. Mein Herz geht dann schneller, ich fühle mich erschöpft und gleichzeitig angespannt. Meine Wahrnehmung verengt sich dann und ich fokussiere nur noch auf das Problem.”

Hier kommen die Fragen:

  • Wie fühlt sich das in Deinem Körper an?
  • Welche Gedanken hast Du dann über Dich und andere?
  • Wie begegnest Du dem Leben?
  • Was erlaubst Du Dir nicht?
  • Was ermöglichst Du Dir nicht?

Bitte darum, dass sich die Lücke zwischen Nicht-Vertrauen und Vertrauen schließt:

„Ich bitte darum, dass ich ganz in mein Selbst-Vertrauen komme. Ich bitte um kreative Ideen, neue Gedanken und liebevolle Möglichkeiten, mir zutiefst zu vertrauen. Ich danke dafür und ich weiß, dass es geschieht.“

Stell‘ Dir vor, Du würdest Dir 100% vertrauen.

  • Wie würde sich das in Deinem Körper anfühlen?
  • Welche Gedanken hättest Du dann über Dich und andere?
  • Wie würdest Du dem Leben begegnen?
  • Was würdest Du Dir dann erlauben?
  • Was würdest Du Dir dann ermöglichen?
  • Wie sähe Deine Morgen- und Abendroutine aus?
  • Was würdest Du dann anders machen?

Welche Erkenntnisse hast Du aus dieser Reflexion gewonnen?
Welche konkreten Schritte ergeben sich für Dich?

Wenn Du möchtest, dann kannst Du Dir noch dieses Vertrauensmanifest abschreiben und an einen Ort hängen, wo Du es immer wieder lesen kannst.

Vertrauensmanifest.

Ich vertraue in mich Selbst.
Traue mir zu, meinen eigenen Weg zu gehen.
Ich vertraue meinen Wünschen und traue mich, ihnen zu folgen.
Ich vertraue meinen Grenzen und traue mich, sie mutig und liebevoll zu setzen.
Traue mich, über mich hinauszugehen.
Vertraue meiner Fähigkeit zu wachsen.
Vertraue, der Liebe in mir und Dir.
Ich vertraue dem großen Atem, der durch mich fließt.
Vertraue der Weisheit, die in mir lebendig ist.
Traue mich, mich immer mehr der Liebe zu öffnen.
Ich vertraue mir, dass ich tausend Wege finde, ganz bei mir anzukommen.
Lehne mich in mein Vertrauen und spüre, wie mich etwas trägt.
Ich kann es nicht benennen, aber ich weiß: es hält.
Ich bin geborgen in mir.

Alles Liebe und danke für unsere Reise!
Melde Dich mit Fragen hier. Auch mit Feedback und Wünschen.

Ich danke Dir für Deinen Mut und auch Dein Vertrauen in Dich und mich. In die Liebe und in die Möglichkeiten die wir haben, dieses Leben auf eine Art zu gestalten, die allen dient.

Ps: Nächste Woche findest Du hier eine Vertrauensmeditation!

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2 Gedanken zu “Januarwort: VERTRAUEN

  1. Malte

    Hi Elisabeth,

    ich bin gerade auf deinen Blog getoßen als ich auf The Changer einen Artikel von dir gelesen habe. Spannend finde ich deine Art und Weise wie du schreibst und dich als Person sehr interessant. Das Wort Vertrauen finde ich sehr bedeutungsvoll und ist etwas das man nur sehr mühsam bekommt.
    So ähnlich geht es dem Wort Ehrlichkeit! Wie Warren Buffet mal sagte:

    “Honesty is a very expensive gift. Don’t expect it from cheap people.”

    Im letzten Jahr habe ich mir diese Ziele aufgeschrieben: http://joshwagenbach.com/neustart/
    Es ging mir viel um das Thema Gesundheit und was es bedeutet glücklich zu sein.

    Dieses Jahr werden deine Worte auch häufiger meinen Tag begleiten. Ich würde mich über Feedback von dir freuen.

    1. Elisabeth Post author

      Lieber Josh,
      danke für Deinen Post hier. Und so schön, dass Du Dich auf Deine Gesundheit und Dein Glück ausrichtest. Es stimmt, dass es manchmal mühsam ist Vertrauen oder Ehrlichkeit zu bekommen. Es ist viel leichter Vertrauen zu geben. Es ist ein bisschen kontra-intuitiv: Wenn ich gebe was ich zu erfahren wünsche, dann ist es so gut und leicht.
      Danke, dass Du da bist und liebe Grüße!

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