Lena’s Frage: Positive Ereignisse in meinem Leben schreibe ich den Leistungen anderer zu. Wie kann ich erkennen, dass sie auch mit meinen persönlichen Handlungen und Kompetenzen zu tun haben?

Erinnerst Du Dich noch an Deine Studienzeit? Was hast Du gesagt, wenn Du eine Klausur mit einer sehr guten Note abgeschlossen hast? „Es ist gut gegangen.“ „Die Dozentin hat die leichtesten Themen abgefragt.“ „Es war ein guter Tag.“ „Meine Studiengruppe war einfach sehr gut.“ „Ich habe das gut gemacht.“ „Schön, dass ich so viel gelernt habe!“ „Ich wusste auch genau, worauf ich mich vorzubereiten hatte.“

Erinnere Dich an ein Projekt, dass Du erfolgreich umgesetzt hast. Wie hast Du über den Erfolg des Projektes nachgedacht? „Das Team hat gute Arbeit geleistet.“ „Das Thema hat einfach den Zeitgeist getroffen.“ „Ich habe einen guten Job gemacht.“ „Ich bin dankbar für meine Begeisterungsfähigkeit, die mir geholfen hat, ein starkes Team anzuziehen und aufzubauen.“

Erfolg zu haben, bedeutet nicht nur gute Ergebnisse zu erzielen, sondern sich gewahr zu werden, welchen Beitrag Du dazu geleistet hast. Es ist wichtig den Erfolg zu dem Du beigetragen hast zu spüren. Ansonsten bist Du anfällig dafür immer mehr zu leisten, ohne jemals davon satt zu werden.

Je klarer Du erkennen kannst, welche Deiner Kompetenzen zu positiven Ereignissen in Deinem Leben führen, desto stärker wächst Dein Zutrauen in Deine Selbstwirksamkeit. Du erkennst, dass Du Dinge bewegen, beeinflussen und verändern kannst. Und das ist wunderschön.

Wie kannst Du also trainieren, die positiven Ergebnisse in Deinem Leben auf Deine Handlungen zurückzuführen, anstatt die Ursache von allem Guten nur bei den anderen zu suchen? Unsere Selbstwahrnehmung ist immer mit unserer Wahrnehmung von anderen verschränkt. Erkennst Du den Wert von anderen nicht, kannst Du Deinen eigenen Selbstwert nicht wahrnehmen. Nimmst Du die Kompetenzen anderer jedoch wahr, ist es ein Leichtes für Dich diesen Blick auch auf Deine Fähigkeiten anzuwenden. Wir nutzen im Folgenden das Muster, dass Dir momentan Frustration einbringt, als Ressource für Deine angestrebte Veränderung.

Schritt 1: Anerkenne das Gute an Deiner Art und Weise mit Erfolg umzugehen

Deine Gabe ist es zu erkennen, welchen Anteil andere Menschen an den positiven Ereignissen in Deinem Leben haben. Du nimmst wahr, dass Du mit anderen verbunden bist und sie auf Dein Leben und Wirken Einfluss nehmen. Du wertschätzt ihre Handlungen und Kompetenzen. Indem bist Du sehr empathisch. Erkenne Dein Talent, anderen Raum zu geben, die Vernetzungen des Lebens wahrzunehmen, andere als Teil von Dir zu verstehen, Stärken Deiner Mitmenschen zu sehen und sie mit erfolgreichen Ereignissen verknüpfen zu können.

Schritt 2: Erkenne die positiven Konsequenzen Deiner Gabe

Zu verstehen durch welche Handlungen und Fertigkeiten Menschen zum Erfolg einer Sache beitragen, ist eine wichtige Führungskompetenz. Du erkennst, wer in welchen Bereichen stark ist und wie das Zusammenspiel bestimmter Menschen mit ihrem besonderen Set an Stärken zu positiven Ergebnissen führen kann. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass Du mit dieser Kompetenz ein erfolgreiches und starkes Team zusammenstellen und führen kannst. Beantworte Dir die Frage, welche positiven Konsequenzen noch daraus entstehen, dass Du vor allem andere als selbstwirksam wahrnimmst!

Schritt 3: Kommuniziere bewusst und klar die Stärken der anderen

Sag’ den Menschen, die zum Erfolg in Deinem Leben beitragen, wie sie das tun. Erzähl Deinem Partner, Deinem Team, Deinen Freunden und Deiner Familie welchen Anteil sie genau an den Erfolgen in Deinem Leben haben und danke Ihnen bewusst dafür. Du wirst erstaunt über die Reaktionen sein! Du wirst Berührung und Überraschung erleben, Du wirst selbst positives Feedback gespiegelt bekommen und Du wirst Dir der Kraft Deiner Gabe bewusst werden. Du spürst, wie Du andere inspirierst, weil Du sie in Ihrer Größe erkennst. Du nimmst Deine Selbstwirksamkeit wahr.

Schritt 4: Nehme Dich als Teil der Anderen wahr

Das ist nur ein kleiner Schritt für Dich! Im Moment schließt Du Dich noch aus. Du erkennst den Anteil der anderen, aber schaust noch nicht zu Deiner Größe hin. Integriere Dich. Nimm Dich selbst mit in die Gleichung hinein. Und genauso wie Du die anderen Menschen mit ihren persönlichen Beiträgen wahrnimmst, schaust Du zu Dir hin. Du hast die Ressource bereits in Dir, wendest sie aber auf andere an und nicht auf Dich. Jetzt geht es nur noch darum, Deinen liebevollen Blick auch auf Dich zu richten.

Schritt 5: Wie Dir andere dabei helfen können, Deine Wirksamkeit zu erkennen

Frage Deine Mitmenschen:

  • Was wäre anders, ohne mich?
  • Welchen Anteil habe ich am Erfolg in Deinem Leben?
  • Wenn ich den Job wechseln würde, welche Lücke müsste meine Nachfolgerin – mit welchen Kompetenzen – füllen?

Gehe in eine achtsame Haltung, in der Du nur zuhörst. Schreibe mit. Lass die Antworten auf Dich wirken.

Schritt 6: Nimm Dir die Zeit diesen Prozess regelmäßig zu trainieren

Kondition baut sich nicht auf, wenn ich nur einmal im Monat joggen gehe. Genauso ist es mit persönlichen Veränderungsprozessen. Sei entschieden, liebevoller mit Dir umzugehen, Dich zu schätzen und genau darauf zu achten, wie Du durch Deine Handlungen und Kompetenzen Dein Leben gestaltest.

Ich empfehle Dir die Schritte in den nächsten Monaten nach jedem erfolgreichen Projekt durchzuführen:

  1. Bewusst wahrnehmen, wie Deine Mitmenschen zu Deinem Erfolg beitragen
  2. Dir klarmachen, welche positiven Konsequenzen diese Gabe nach sich zieht
  3. Klar kommunizieren, wie andere Dich unterstützen und Ihnen danken
  4. Dich selbst in die Gleichung miteinbeziehen und die Schritte 1-3 an Dir anwenden
  5. Schritt 4 durch Feedback für Dich erleichtern
  6. Und nochmal…

Ich wünsche Dir von Herzen, dass Du Deine Größe, Deine Kraft und Deine Gaben erkennst. In der Art und Weise, wie Du andere Menschen wahrnimmst, liegt der Schlüssel zu Deiner Selbstwirksamkeit. Du darfst Deine Stärke in Deinem Muster erkennen und sie für Dich nutzbar machen. Indem Du Deinen Beitrag erkennst, bereicherst Du Dein Leben und das Deiner Mitmenschen.

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