elisabeth hahnke coach und trainerin

Maiwort: KREATIVITÄT

Mantra für den Monat Mai: Ich gestalte mein Leben.

Manchmal fallen mir beim Spazierengehen, diese wunderschönen Frauen auf, die so lässig doch gleichzeitig elegant gekleidet sind. Mein Kopf beginnt munter vor sich hin zu plaudern, wenn sie mich mit ihrer Schönheit streifen: „Ich brauche auch so einen beigén Frühlingsmantel und ein leicht tailliertes Jeanshemd. Ich sollte meine Haare glätten und so eine kugelrunde John Lennon Sonnenbrille, ist ja wohl das MUST HAVE der modernen Frau.“ Bis die vierte junge Frau im gleichen Look an mir vorüber radelt und sich die Beobachtung verfestigt, dass wir eigentlich ziemlich gleich aussehen. Spätestens dann bin ich wieder mit meiner Blumenübersäten Hose und meinem quietschgelben Wollpulli im Reinen.

Dem Monat Mai, mit seiner prachtvollen Fülle, widme ich das Wort KREATIVITÄT. Ein Wort das in keinem Leben fehlen sollte und so eng mit dem Menschsein verbunden ist, dass ich im Lexikon „HOMO CREATIVUS“ neben dem Wort „Mensch“ schreiben würde. Kreativität entspringt zwei sprachlichen Wurzeln. 1) dem lateinischen Wort creare: „etwas neu schöpfen, erfinden, erzeugen, herstellen“ und 2) crescere: „geschehen und wachsen lassen“.

Kreativität ist das Dir innewohnende Potential zu gestalten und diesem Schaffensprozess beizuwohnen. Die Voraussetzung für Kreativität ist Dein freier Wille und damit Dein eigenständiges Denken.

Viel zu oft überlassen wir das Denken den anderen. Da alles, wirklich alles, in irgendeiner Form schon einmal gemacht wurde, gibt es für jeden Lebensbereich Vorstellungen darüber, wie man hier unterwegs sein sollte. Was Du diesen Sommer anziehen solltest, um als chic zu gelten? Einfach den H&M Katalog durchblättern. Wie eine moderne, junge Wohnung auszusehen hat, kannst Du bei Ikea erforschen. Und über was Du mit Deinen Freunden schnacken kannst, wird Dir in diversen Sitcoms beigebracht. Wie Du Dich im Job verhalten solltest? Einfach die 10 Unternehmenswerte Deines Arbeitgebers durchlesen und die älteren Mitarbeiter in Look und Verhalten kopieren.

Ganz viele Dinge tun wir, einfach weil unser Umfeld sie auch tut. Um kreativ zu leben – und ich verspreche Dir, dass lohnt sich – müssen wir uns unseren freien Willen neu erobern! Wir müssen herausfinden, wie wir leben wollen! Das kann zuweilen sehr anstrengend sein, denn es heißt auch, dass wir uns durch alle Schichten unserer Erziehung und Prägung hindurcharbeiten müssen, um herauszufinden, ob diese oder jene Vorstellung vom guten Leben auch für uns selbst gilt. Das ist wie Zwiebeln schälen. Schicht um Schicht, kommen wir mehr bei uns an – und vergießen dabei die ein oder andere Träne. Das gehört zum Prozess.

Ein kreatives Leben ist eines, indem Du auf Schatzsuche gehst. Warum auch immer wir ausgewählt wurden, dieses heilige und kostbare Geschenk LEBEN zu bekommen. Hier stehen wir, mit der wohl wunder-vollsten und überwältigenden Möglichkeit…zu leben. In Dir stecken unendlich viele Gaben, Potentiale, Wünsche, Interessen, die Du auspacken und verschenken darfst. Leben ist ein Austausch. Im Gegenzug zu Deiner Lebendigkeit, schenkst Du dem Leben Deinen einzigartigen Ausdruck zurück. Und so erfahren wir uns gemeinsam in diesem Spiel – freudvoll und mutig. Es ist fantastisch!


Es gibt so viele Mythen über Kreativität, die wirklich fröhlich aussortiert gehören:

  • Kreativität ist nur einigen wenigen Menschen vergönnt.
  • Kreativität ist chaotisch.
  • Kreativität ist gefährlich.
  • Nur Künstler sind kreativ.
  • Es ist schwer kreativ zu sein.
  • Es braucht Zeit und Raum kreativ zu sein.
  • Kreativität kann man nicht lernen, die ist angeboren.
  • „Ich bin halt nicht kreativ. Mir fällt nichts ein!“

So ein Quatsch. Alles Blödsinn. Hier kommt die Elisabeth-Liste über Kreativität. Nimm meine Affirmationen, leg Deinen Zauber drüber und pinn sie Dir gut lesbar an den Kühlschrank:

  • Jeder Mensch ist hoch kreativ! Die Art, wie Du auf die Welt schaust – kreativ! Deine Art jemandem Deine Liebe zu zeigen – hoch kreativ! Die freche Spange im Haar, die Du zu Deinem Anzug trägst – kreativ! Die bunten Post-It mit denen Du Deine Steuerunterlagen aufpeppst – kreativ! Deine Träume für Dein Leben – hoch kreativ! Sogar die Art, wie Du in Deinem Kopf Probleme erfindest, ist sehr kreativ!
  • Wenn Du Dich auf die Kreativität einlässt, dann brauchst Du Mut. Da es ihr Wesen ist, etwas in Deiner Welt neu zu erschaffen, kennst Du den Ausgang eines kreativen Vorhabens nie. Du musst Dich auf diese große Muse einlassen und ihr vertrauen. Das ist nicht chaotisch, das ist Lebendigkeit pur!
  • Kreativität wird Deinen inneren Freunden namens „überhöhtes Sicherheitsbedürfnis, Kontrollsucht und Perfektionismus“ definitiv gefährlich. Sie ist ein Ninja. Aber sie kämpft für Dich. Für Deine Freude, Deine Begeisterung, Deine Liebe, für all die Überraschungsmomente im Leben, für die kleinen Kostbarkeiten, für den Zauber des Alltags. Kämpfe mit ihr, nicht gegen sie.
  • Kreativität hat erst mal nichts mit Kunst zu tun. Kreativität ist Gestalten, Machen, Herstellen. Schöpfen, Wachsen lassen, neu kombinieren. Es wäre schade, diese wunderbaren Dinge nur im kleinen Lebensbereich der Kunst zu verorten, wenn Du all das doch in Deinem ganzen großen Leben anwenden kannst!
  • Kreativität ist ein Potential in Dir. Sie fließt ganz natürlich und leicht, wenn Du es ihr erlaubst. Lass nur alle blockierenden Ideen los, wie „Ich bin nicht kreativ“. Kreativität kann man lernen, muss man aber nicht. Da sie eh in Dir lebt, ist es eher so als ob Du mit ihr übst und sie immer tiefer kennenlernst. Je mehr Du mit ihr spielst, desto vertrauter wird sie Dir.
  • Du musst nicht Deinen Job wechseln, eine Yogalehrerausbildung machen oder nach Bali auswandern, um mit der Kreativität zu schwingen. Die beste Übung ist doch immer, hier und jetzt, mit dem was sich gerade zeigt, kreativ umzugehen. So gibst Du Deinem “hier und jetzt” eine neue Richtung und frischen Schwung!
  • Jeder Mensch ist kreativ. Punkt. Denn jeder Mensch geht die Dinge irgendwie ein bisschen anders an. Jeder wirkt außerdem (mehr oder weniger bewusst) an seiner Lebensgestaltung mit. Das ist kreativ. Du kreierst. In jedem Moment. Und gleichzeitig braucht es Deine Aufmerksamkeit und Ausrichtung auf die Kreativität, damit sie ihren Zauber ausüben kann. Sie braucht Deine Bereitschaft. Je länger Du mit ihr fließt, Dich mit ihr auseinandersetzt, mit ihr streitest und dann wieder auf einen grünen Zweig kommst, desto leichteren Zugang hast Du zu ihr.

Ich gebe Dir für diese Woche 5 kleine Übungen mit, für jeden Tag der Arbeitswoche eine. Die Absicht jeder Übung ist es, dass Du Zugang zu Deiner Kreativität findest. MACH die Übungen. GESTALTE sie für Dich neu. KOMBINIERE sie NEU. Gehe KREATIV mit ihnen um. Und klopf laut an die Tür Deiner Kreativität. Vielleicht hat sie Dich schon lang nicht mehr gesehen. Bring ihr Blumen mit, mach ihr den Hof und wenn sie Dir öffnet… verneige Dich vor ihr. So wie ich sie kenne, wird sie sich nicht lange bitten lassen. Sie wird Dich mitreißen. Wenn das passiert, rate ich Dir nur eines: Lass los und reite die Welle!

Übung 1, Montag: Der Kreativität zuhören!

Sprich mit Deiner Kreativität. Such Dir einen ruhigen Ort, nimm Dir einen Stift und Dein Notizbuch. Geh kurz in Dich und stelle Dich auf sie ein. Dann schreibst Du alle Fragen, die Du an Deine Kreativität hast auf. Schreibe automatisch, intuitiv und schnell die Antworten zu Deinen Fragen. Du wirst überrascht sein! Folgenden Briefwechsel habe ich mit meiner Kreativität geführt:

  • “Wie geht es Dir?
    Ganz gut eigentlich. Ich fühle mich wohl bei Dir. Ein bisschen nervt es mich, dass Du mir noch nicht 100% vertraust. Aber ich bleib bei Dir und bin geduldig. Du machst Fortschritte!
  • Wo fehlst Du in meinem Leben?
    Ich bin überall anwesend. Das weißt Du doch. Aber es wäre gut, wenn Du Dir beruflich Unterstützung suchst, damit ich noch stärker fließen kann. Ich brodle in Dir. Ein Buch, ein Onlinekurs, eine Coaching Ausbildung – ich muss raus, weißt Du? Nur, wenn Du alles allein machst, dann ist es wie, wenn der Fluss der ich bin, durch einen kleinen Kanal fließen muss.
  • In welchem Lebensbereich möchtest Du Dich austoben?
    Ach Süße, ich tob mich bei Dir eh schon überall aus. Schau, aber Du musst Strukturen für mich schaffen, damit ich mich ganz ausdehnen kann. In Ordnung?”

Bedanke Dich bei den Inspirationen, die jetzt in Deinem Notizbuch stehen und beantworte folgende Frage: „Was kann ich JETZT tun?“

Übung 2, Dienstag: Glitzer für den Alltag

Heute arbeiten wir mit einer Ausrichtung. Nimm Dir folgende Frage mit in den Tag: „Wie würde meine Freundin Kreativität diese Aufgabe angehen?“ Sei es beim Frühstück vorbereiten, beim Tasche packen, beim Reisen, beim Telefonieren, bei der Internetrecherche… völlig egal. Schau mit dem Blick der Kreativität auf Deinen Alltag und folge Deiner Intuition. Der Trick besteht heute darin, der Inspiration zu folgen und möglichst viel von dem auszuprobieren, was Deine Kreativität vorschlägt.

Übung 3, Mittwoch: Folge Deiner Kreativität

Ich habe eine unscheinbare Frage mit großer Wirkung für Dich. Traust Du Dich zu antworten?
Welche Idee verfolgt Dich, weil sie so gern von DIR umgesetzt werden möchte?
Und… bist Du bereit den ersten Schritt zu gehen? Welcher wäre das?

Übung 4, Donnerstag: Mach heute etwas anders!

Nimm Dir heute 3 Routinen und mache sie anders! Nimm eine neue Perspektive ein. Die Möglichkeiten zu leben und Dinge anzupacken, sind unendlich vielfältig. Es ist so schön, sich daran zu erinnern, dass Du in jedem Moment eine neue Perspektive einnehmen kannst, und damit den Lauf der Dinge veränderst.

Hier kommen ein paar Anregungen:

  • Wenn Du normalerweise das Auto zur Arbeit nimmst, fahre heute Rad
  • Wenn Du normalerweise schwarze Schuhe zu Deinem Anzug trägst, nimm heute Deine pinken Converse
  • Wenn Du normalerweise ein schnelles, einfaches Abendessen zu Dir nimmst, verwöhne Dich heute mit einem 3-Gänge-Menü
  • Wenn Du normalerweise abends Joggen gehst, nimm heute die alten Inline Skates

Übung 5, Freitag: Freudvolle Wochenendplanung!

Stell Dir vor, dass eine Fee Dir ermöglichen würde, drei verschiedene Leben auszuprobieren. Du könntest für einen Tag ein Cowboy sein, eine Yogalehrerin, ein Illustrator, ein Hornist, eine Schriftstellerin, ein Mönch, ein Kind oder Beyoncé. Wer immer Du sein möchtest, diese zauberhafte Fee, erfüllt Dir den Wunsch. Schreibe jetzt intuitiv drei Leben auf, die Du ausprobieren möchtest, die Dich begeistern und inspirieren würden! Dann suche Dir ein Leben aus und überlege Dir, was Du am Wochenende konkret machen möchtest, um in dieses Leben einzutauchen. Wenn Du beispielsweise gern das Leben eines Mönchs ausprobieren würdest, könntest Du am Wochenende einen Ausflug in ein nahe gelegenes Kloster unternehmen. Wenn Du gern ein Kind sein möchtest, könntest Du ins Rutschenparadies der Therme Erding fahren oder eine Trampolinhalle besuchen, eine Pyjama-Party organisieren oder die Aufkleber aus Deinem alten Stickeralbum in Deinen Finanzordner kleben.

Lass uns kreativ werden!
Und ich freue mich riesig über Kommentare zu Deinen Erfahrungen mit den Übungen!

Kopf hoch, Herz offen und Rock’n Roll!

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8 Gedanken zu “Maiwort: KREATIVITÄT

  1. Andrea

    Liebe Elisabeth,
    ich verfolge und lese regelmäßig Deine Artikel und mag sehr, was Du schreibst. Danke für die Erinnerung “Kreativität”. Ich werde einiges davon ausprobieren und beherzigen, um wieder mehr Glitzer zu sehen und zu fühlen. ????

    1. Elisabeth Post author

      Liebe Andrea,
      danke für Dein Feedback. Ich mache die Übungen auch und freue mich schon auf morgen 🙂

  2. Christina

    Liebe Elisabeth,
    das ist so ein schöner Artikel. Ich habe ihn gerade von unterwegs gelesen und musste so schmunzeln, weil ich an einigen Stelle dein Gesicht vor mir hatte und deine Stimme gehört habe 🙂 Danke für deine Inspiration, die du so großzügig teilst! Liebe Grüße Christina

  3. Doris

    Ich liebe es, ich liebe es!
    Heute will ich wieder mehr Kind sein und hab es mir in der Arbeit zur Aufgabe gemacht, die Menschen daran zu erinnern, dass wir Spielen und uns Ausprobieren lieben <3
    Welcher Depp hat irgendwann beschlossen, dass man als Erwachsener nicht mehr spielen darf? Und alle haben brav mitgemacht …
    Unterschiedliche Strümpfe anziehen ist auch toll. Außerdem hatte ich heute Nudeln zum Frühstück. Bis Mittag zu warten, weil man das so macht, war mir zu lang 🙂
    Es hat einfach noch niemand die Frühstücksnudeln erfunden B-)
    Danke Elisabeth, du bist toll!

    1. Elisabeth Post author

      Wow, ich liebe Deinen Post! Wie cool, ja! Nudeln zum Frühstück & bunte, unterschiedliche Strümpfe! Danke fürs Teilen! Deine Kreativität rockt richtig 🙂

  4. Ramona Hahnke

    Wow ,Kreativität,ohne wäre das herrliche Leben grau….und doch ist es ziemlich schwer bunte Farbe ins Leben zu bringen….aber es gibt schon 31 bunte OP Hauben in unserem OP????
    Das macht mich sehr fröhlich ,schickt Licht,dass es noch viel bumter wird !!!

    1. Elisabeth Post author

      Liebste Mama, da Du 31 bunte OP-Mützen geschneidert und auf die Köpfe Deiner Kollegen und Kolleginnen gesetzt hast, kann es für Dich nicht so schwer sein 🙂 Du bist ja wohl Kreativität in Aktion. Kuss!

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