Mona’s Frage: Wie kann ich ganz ich selbst sein?

Danke für diese interessante Frage! Ich bin mir sicher, dass viele Menschen das Gefühl kennen, in manchen Situationen oder Lebensphasen, nicht sie selbst zu sein, irgendwie in den falschen Schuhen durchs Leben zu laufen, oder einfach nicht das zu leben, was in ihnen steckt. Ich jedenfalls kenne das. Ich habe Deine Frage bewusst ungewöhnlich beantwortet. Denn natürlich hätte ich auch einen Artikel darüber schreiben können, wie Du herausfindest was Du wirklich willst, was Du liebst und was Dich begeistert und dann hätten wir darüber sprechen können, wie Du Dein Leben nach Deinen Vorlieben gestalten könntest, was Dich dabei blockieren würde und wie Du konstruktiv Deine Hindernisse auflösen könntest.

Meine Antwort ist eine andere. Ich drehe Deine Frage einfach um, nur so zum Spaß und weil ich neugierig darauf bin wo uns das hinführt:

Wie kannst Du nicht ganz Du selbst sein?

Einige Ideen, die uns alle betreffen…:

  • Du strebst nach der Anerkennung der anderen und nimmst in Kauf Dinge zu sagen und zu tun, die Du nicht wirklich sagen und tun willst
  • Du hast keinen blassen Schimmer, was Dir Freude macht oder wie Du aus Deinen Leidenschaften ein Leben stricken kannst
  • Du steckst in einem Hamsterrad von Erwartungen und Pflichten und findest keine Ruhe, ganz in Dich zu gehen und zu spüren, was eigentlich mit Dir los ist
  • Weil Du geliebt werden möchtest, stellst Du die Bedürfnisse der anderen vor Deine eigenen
  • Du bist so damit beschäftigt Karriere zu machen, dass Du irgendwann vergessen hast, ob Du eigentlich Deine Karriereleiter an die richtige Wand gelehnt hast
  • Du nimmst so viel Potential in Dir wahr, traust Dich aber nicht es zu leben
  • Du denkst, dass Du nicht gut genug bist und versteckst Deine wundervollen Talente – es könnte ja jemand darauf kommen, wie vollkommen Du bist!
  • Du erfüllst Erwartungen, die Du überhaupt nicht erfüllen willst
  • In Gesprächen zeigst Du Dich nicht ganz, und lächelst brav während Deine Wahrheit sich in Deinen Stimmbändern verheddert

Du Liebe, wie kommst Du darauf, dass Du in all dem, in all den Ungereimtheiten, in Deinen Verstrickungen und kleinen oder größeren Lebenslügen, nicht Du selbst bist? Du könntest vielleicht denken: „Wenn ich nicht meine Wahrheit ausdrücke, bin ich nicht ich selbst!“ Ist es wirklich wahr? Ist Deine Wahrheit weniger wertvoll, wenn Du sie für Dich behältst? Sie wird sich sowieso ihren Weg bahnen, wenn der Zeitpunkt gekommen ist. Wie fühlt es sich an zu denken: „Ich bin nicht ich selbst?“ Und wie viel leichter wäre es, ohne diese Idee zu leben?

Es gibt Gedanken, Impulse und Handlungen, die sich unstimmig anfühlen. Sie sind Dein Kontrastprogramm und damit Deine Wegweiser. Wenn Du Dich uneinig mit Dir fühlst, erfährst Du eine Trennung, nicht wahr? Dann kommst Du zu dem Schluss: „Das bin ich nicht selbst, so will ich nicht sein!“ Und schon vertiefst Du diese innere Distanz. Du konstruierst eine Mona, die „nicht sie selbst (falsch)“ ist und eine die „sie selbst (richtig)“ ist. Das tut weh. Und ich kenne das gut. Wir machen das alle.

Da Du nicht Deine Gedanken, Impulse und Handlungen bist, kannst Du nicht falsch oder richtig sein.

Wie kann eine Rose nicht sie selbst sein? Wie kann ein Löwe nicht er selbst sein? Du bist dieser sich immer bewegende Fluss. Kannst Du Dich daran erfreuen? Bist Du bereit Dich auch ganz anzuerkennen, während Du Dich dabei ertappst Dir selbst untreu zu sein? Hast Du Lust die Trennung aufzugeben? Wie wäre es also durch den Tag zu gehen und Deine Ideen und Handlungen immer wieder zu kommentieren: „Ich bin das. Ich bin das auch.“ Denn im Moment ist es wahr. Gleichzeitig kannst Du Dich immer entscheiden.

Es wäre eine interessante Möglichkeit Dein Urteil:„Das bin ich nicht selbst!“, in: „Das ist nicht meine Wahl!“ umzubenennen.Spürst Du die Kraft, die in diesem Perspektivwechsel liegt?

Du bist immer vollkommen Du selbst.

Nur manchmal erfährst Du, wie Du etwas nicht willst. Denn es fühlt sich nicht gut an. Nicht meine Wahl! Ich wähle neu. Ich wähle…meine Wahrheit auszudrücken! Ich wähle meine Liebe fließen zu lassen! Ich wähle…

Was wählst Du? Wähle neu.

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2 Gedanken zu “Mona’s Frage: Wie kann ich ganz ich selbst sein?

    1. Elisabeth

      Danke, du Liebe! Es ist so schön was Du schreibst. Und ja, lass uns das GANZE Paket annehmen und auspacken, das wir sowieso sind! Und dann…Überraschung!

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