elisabeth hahnke coach und trainerin

Was Vertrauen mit Tomaten zu tun hat…

Mit dem Vertrauen ist das so eine Sache. Wir schenken, es uns gern, wenn wir gute Ergebnisse in unserem Leben sehen können. Aber wie gut kannst Du Dir in den Zeiten vertrauen, in denen Du noch mitten im Prozess steckst? Ich möchte Dir anhand einer Metapher, die ich häufig in meinen Trainings verwende, eine Idee davon geben, was es heißen kann zu vertrauen.


Stell Dir vor, Du hast hier eine Handvoll Dreck mit kleinen Stückchen drin. Du wüsstest nicht was das ist, aber anhand der Konsistenz und Farbe, würdest Du wohl eher zu dem Schluss kommen, dass es sich um etwas absolut Wertloses handeln würde. So gehen wir viel zu oft mit uns selbst um. Wir missverstehen, dass diese unscheinbaren Körnchen, das Potential beinhalten zu wachsen und durch Veränderung ganz zu sich selbst zu werden. Du ahnst schon, in dieser Handvoll Dreck stecken Samen.


Du setzt also diese Samen in Erde ein und was machst Du? Du schaust, dass Du Unkraut entfernst, dass Sonnenlicht drankommt und ab und zu, wenn es nicht regnet, gießt Du sie.
Stell Dir vor, nach ein paar Tagen, Wochen und Monaten, hat sich noch nichts getan. Würdest Du jetzt in Selbstzweifeln versinken? Heraus rennen und das Stück Erde anschreien: „Jetzt mach‘ mal, Du faules Stück! Beweg Dich! Warum brauchst Du so lange, Du Versagerin! Aus Dir wird nie was, kannst gleich aufgeben!“ Würdest Du mich dabei, über den Gartenzaun beobachten, würdest Du zu Recht denken, ich wäre verrückt. Aber genau das machen wir häufig mit anderen Menschen und uns selbst, wenn wir in Veränderungsprozessen stecken. Wir sind ungeduldig, Zweifel nagen an uns und wir finden, wir sollten schon so viel weiter sein! Wir beginnen uns zu vergleichen: „Schau die Rosen blühen schon und ich bin immer noch ein kümmerlicher Haufen Erde!“ Wir haben vergessen, nach innen zu schauen, in unsere Tiefe. In der die ganze Zeit schon vorbereitet und gearbeitet wird. Wir haben vergessen zu vertrauen.


Jetzt stell Dir vor, die Pflanze wächst, ein Keimling durchbricht die Erde. Du würdest wahrscheinlich vor Entzücken jauchzen! Wie machst Du das bei Dir selbst? Oder bei anderen? Wie gehst Du mit Dir um, wenn Du ein kleines Stückchen gewachsen bist? Oft zerren wir an uns herum, wir pushen uns zu größeren Sprüngen, an Orte zu denen wir gar nicht hinwollen. Was würdest Du denken, wenn Du mich dabei beobachten würdest, wie ich diesen Keimling zerrupfe und an ihm zerre und ziehe, damit er größer wird? „Verrückt!“ Genau.


Dann wächst die Pflanze weiter und trägt Früchte, sie sind aber noch grün. Ich renne raus, setze mich vor die Pflanze und weine: „Du bist so langsam! Du bist so grün! Du bist so unreif, so jung, so unfertig! Ich hasse Dich! Niemand liebt Dich! Du solltest jetzt schon rote, reife Tomaten tragen!“ Hm? Verrückt! Aber wie oft machen wir das mit uns und mit anderen: „Das muss schneller gehen! Du musst besser sein! Ich bin so dumm, so wenig erfolgreich! So nichtssagend, so unreif…!“


Ich weiß, dass Du kein Gemüse sein willst. Ich auch nicht. Dennoch:

Die Tatsache, dass Wachstum, Geduld und Liebe erfordert, stimmt. Vertraue in Dich. Du hast alles in Dir, um zu wachsen – über Dich hinaus und mehr zu Dir hin. Es geschieht.

Manche Dinge brauchen lediglich gute Bedingungen und dann wachsen sie von allein. Denn in Dir stecken unendliche Ressourcen. Wunder warten auf Dich. Du findest Dinge in Dir, die Dir jetzt noch nicht möglich erscheinen. Es ist alles okay.

Lass uns manchmal mit uns selbst mehr so sein, wie wir mit einer Tomatenpflanze umgehen würden: Vertrauen wir in das Potential das ins uns steckt und feiern wir einfach jeden kleinen Schritt, der sich zeigt!



Reflexionsübung:

Wohin möchtest Du wachsen, traust Dich aber nicht?
Was willst Du 2017 verwirklichen, vertraust Dir aber nicht genug?
Welche inneren und äußeren Bedingungen bräuchtest Du, um vertrauensvoll zu handeln?

Z.B. Ein Unterstützungsnetzwerk von Freunden, einen Mentor, Zeit für Dein Vorhaben, eine Weiterbildung, Wissen und Lernen, einen gut sortierten Schreibtisch, jemanden der Dich einmal die Woche liebevoll an Deine Aufgaben erinnert, einen strukturierten Plan, einen Raum, einen leiseren inneren Kritiker, die Erlaubnis Fehler zu machen…etc.

Und…wie könntest Du Dir diese Bedingungen herstellen?

Alles Liebe,

 

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4 Gedanken zu “Was Vertrauen mit Tomaten zu tun hat…

  1. Andreas Hahnke

    Du bist so voller Ideen und Leidenschaft!!! Dein Artikel ist toll!
    Bin Stolz das ich so eine wunderbare Tochter habe. Ich liebe Dich weiter so!
    Dein Papa!

  2. Andrea Jessen

    Liebe Elisabeth
    Es kommt immer alles zur rechten Zeit. So gestern der link von Ulrich auf Deine Seite.
    Und für mich war Deine angeleitete Meditation heute der schöne Start in den Tag.
    Deine wohlformulierten Worte zur Tomate erinnern mich daran, dass man der Zeit Zeit lassen soll und dass das für mich auch gilt.
    Die Reflexionsübung möchte ich gerne angehen.
    Liebe Grüße Andrea

    1. Elisabeth Post author

      Liebe Andrea,

      danke für Deine lieben Worte und so schön, wie das Leben einen oft zusammenbringt 🙂

      Alles Liebe für Dich!
      Elisabeth

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