elisabeth hahnke coaching und training

Wie Du unangenehme Gefühle annehmen lernst

Sobald Du Deinen Träumen auf die Schliche kommst, regt sich in Dir oft auch Widerstand. Das ist ganz normal. Ich habe es so viele Male gesehen. Das schlimmste was Du jetzt tun kannst, ist Deine Träume auf Eis zu legen, weil Du den Schluss ziehst: „Wenn sich mein Traum nicht gut anfühlt, dann kann es ja nicht mein Traum sein!“ Denn das ist einfach nicht wahr. Jeder Traum erfordert es, mutig zu sein. Die Energie, die Du aufwenden musst, um etwas in Deinem Leben zu verändern ist nicht unerheblich. Denn jedes Mal, wenn Du in Deine Kraft eintauchst, besuchen Dich Deine inneren Widerstände.


Was sind Widerstände und warum tun sie so weh? Ein innerer Widerstand taucht in Dir auf, weil ein Teil von Dir eine Gefahr in Deinem Traum wittert. Diese Gefahr ist selten real, sondern betrifft meist eine emotionale Verletzung. Nehmen wir mein Beispiel vom Schreiben. Ich möchte ein Buch schreiben und hatte schon zwei Angebote von Verlagen und sogar eine Agentin. Mein innerer Widerstand sagte: „Es ist gefährlich ein Buch zu schreiben. Du könntest Dich mit Deinen Ideen und Ansichten blamieren und dann will nie wieder jemand mit Dir arbeiten!“ Für einen Teil in mir, war es sehr gefährlich ein Buch zu schreiben.

Wenn wir jetzt aufgeben und diesem Teil nicht mutig entgegentreten, bleiben die Träume leider ungelebt. Widerstände entstehen durch nichtverarbeitete Situationen in der Vergangenheit: Ich erinnere mich, dass ich in der zweiten Klasse mit einem Schulkollegen darüber gestritten habe, ob es Gott gibt oder nicht. Er war sich 100% sicher, dass es Gott nicht gibt und auch darüber, dass ich wohl auch noch an den Osterhasen glauben würde. Ich war mir 100% sicher, dass es Gott gibt. Jedenfalls wurde ich von vielen aus der Klasse ausgelacht und verspottet. Die Idee, dass ich mich blamiere, wenn ich leidenschaftlich meine Ansichten vertrete, wurde geboren.

Warum ist die Idee geblieben? Ich war ja erst 8 Jahre alt und es war wichtig Teil der Gruppe zu sein. Es war schmerzhaft ausgelacht zu werden und es hat mich irritiert, dass ich anscheinend so fest an etwas glaubte, das für die meisten meiner Freunde völliger Blödsinn war. Mir war zum Heulen zumute, aber die Blöße wollte ich mir nicht geben. Also habe ich meinen Ärger und meine Verletzung runtergeschluckt.

Der Widerstand bleibt, weil die Emotion die zu ihm gehört nicht verarbeitet ist. Ganz einfach. Wenn ich also als Erwachsene in eine ähnliche Situation komme, in der ich mich vor anderen ganz öffne, dann wird er wieder wach. Ich bin dann wieder 8 Jahre alt. Genauso habe ich mich während meines TEDx Talk in München gefühlt nur, dass da 600 Menschen vor mir saßen und in meiner Vorstellung darüber bestimmten, ob ich mich blamiere oder es ganz wunderbar wird. Zum Glück habe ich mich getraut und es gab sogar Standing Ovations. Damit nehme ich schon eine Strategie vorweg, mit Widerständen umzugehen: Sie an die Hand nehmen und neue Erfahrungen machen!

Die andere Strategie hat mit dem Monatswort „Annehmen“ zu tun. Wenn Du einen Traum hast, den Du heimlich sabotierst, dann folge diesen Schritten:

  1. Finde die Stimme Deines Widerstandes heraus! Das geht ganz einfach. Du musst nur einmal ganz klar und deutlich Deinen Traum aussprechen, dann meldet sich Dein Alarmsystem sofort.
  2. Finde heraus, vor welcher emotionalen Verletzung Dein innerer Widerstand Dich schützen will.
  3. Finde heraus, in welcher Situation in Deiner Vergangenheit Du zu diesem Schluss gekommen sein könntest.

Wenn Du diese Schritte gegangen bist, dann bist Du schon einen weiten Weg gekommen. Es kann sein, dass sich mit der Erkenntnis Dein Widerstand schon auflöst. Wenn nicht, dann liegt es daran, dass er eine alte Emotion wie Ärger, Verletzung oder Angst verbirgt, die nicht verarbeitet wurde.

Jetzt nimmst Du all Deinen Mut zusammen, setzt Dich hin und fühlst in die Verletzung hinein. Du erlaubst Dir, den alten Schmerz wahrzunehmen und auszudrücken. Du nimmst Deine Angst einfach an. Wertfrei. So wie Du ein weinendes Kind in den Arm nehmen würdest. Als Erwachsener weißt Du bereits, dass diese Emotion nicht gefährlich ist und vorüberzieht.

Du verarbeitest also einen alten Schmerz, ohne in ihn hineinzukippen. Mach keine Geschichte um diesen Schmerz: „Menschen sind so gemein! Es war so fies, dass mich damals alle ausgelacht haben!“ Das hilft nicht und ist sogar kontraproduktiv. Wenn Du alte Verletzungen verarbeitest, dann in der Haltung eines völlig wertfreien und liebevollen Menschen. Du lässt Dich einfach weinen, heulen, die Fäuste ballen – was immer geschieht. Und Du beobachtest, wie sich die Emotionen verändern. Wie es leichter wird, bis Du Dich ganz befreit fühlst.

Je nachdem, wie stark Dich die Situation damals getroffen hat, wirst Du dieses Annehmen ein paar Mal wiederholen müssen, vielleicht ist es aber schon nach einer einmaligen Auseinandersetzung gut. Das ist für die Wirkung des Prozesses egal. Lass Dich von Deinem Körper führen. Du wirst spüren, wenn es genug ist. Du wirst sehen, dass sich der Widerstand verabschiedet und Platz macht für neue Ideen und Deine ganz ureigene Kraft.

Mach’s wie der Herbst, der den Bäumen die alten Blätter wegpustet. Lass Deine Widerstände los. Mach Platz für Deine Träume und leg los!

Teile diesen Artikel mit den Menschen, für die dieser Input hilfreich sein könnte! Ich freue mich auf Deine Kommentare und Fragen.

Kopf hoch, Herz offen und Rock’n Roll!

Anmerkung: Diese Folge ist inspiriert von Barbara Sher, der Grande Dame der Berufungsfindung. Ihr Buch: „Ich könnte alles tun, wenn ich nur wüsste was ich will“ sollte auf Deinem Nachttisch nicht fehlen.

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10 Gedanken zu “Wie Du unangenehme Gefühle annehmen lernst

  1. Nicole

    Du wundervolles Wesen. <3 Ich liebe deine Beiträge und dieser hier kommt mal wieder genau wie gerufen. Du hast eine einzigartige Gabe, liebe Elisabeth. Ich bin so froh, dass ich dich kennen darf.

  2. Chris Hauser

    Hallo ich bin durch eine Lebensberaterin auf dich aufmerksam geworden und verfolge nun schon einige Zeit deinen Blog…es inspiriert mich sehr … denn ich habe mich vor 3 Monaten entschieden ohne Psychopharmaka und Psychotherapie wieder zu mir zu finden… denn dies hane ich nun seit mehr als 15 Jahren hinter mir…und ich war so sehr davon überzeugt das es andere gehen muss denn mir ging es all die Jahre nicht gut egal was ich tat. Derzeit empfinde ich aber eine Stagnation in mir ein emotionaler Stillstand. Daher trau ich mich nicht den vergangen Emotionen auf den Grund zu gehen…denn ich habe Angst an meinen Emotionen sterben zu können….auch wenn mir das nach dem reinen Verstandsdenken klar ist das dies nicht wirklich geht…

    Mach weiter so dein Blog ist super.

    1. Elisabeth Post author

      Liebe Chris, danke für Dein offenes Teilen. Bestimmt berührst Du damit andere Leser auch. Es ist nicht einfach, sich durch dieses wunderbare Leben zu wurschteln. Aber wir haben alles dazu in uns und das finde ich immer wieder so faszinierend. In Dir ist so viel Liebe, die immer und immer schwingt. Ich weiß es, weil ich noch bei jedem Menschen auf diese innere Ur-Liebe gestoßen bin – und es geht ganz leicht. Du bist in Dir sicher, in Dir geborgen. Und wenn Du es Dir selbst noch nicht glauben kannst, glaub ein paar Schritte lang meine Worte, bis Du es selbst unumstößlich weißt. Du bist mutig und Du bist hier um zu leben. Wenn Du nicht allen Emotionen auf den Grund gehen willst, dann lass es. Es wird einen Grund haben, warum Du zu dem Grund nicht willst. Schau, ein emotionaler Stillstand, kann uns auch beruhigen und eine Pause sein. Still sein ist wunderschön. Spüre in die Stille. Ganz sanft, ganz leise. Ganz vorsichtig. Ich sende Dir LIEBE, wirklich ganz viel!

  3. Felicitas

    Liebe Elisabeth,

    herzlichen Dank für deinen Impuls!

    Ich liebe Deine mutigen Beispiele und die Entschlossenheit, liebevolle Führerin der Gefühle zu sein, dem Schmerz zu begegnen und ihm den Raum zur Heilung zu gewähren.

    Dein Artikel macht Lust, den Gefühlen Raum zu geben, zu Erkenntnis und Mut zu werden.

    Genau die richtige Methode für mich und meine Reise zu mir und der unaufhaltsamen Kraft, meinen Traum zu realisieren. Danke!

    Alles Liebe
    Felicitas

    1. Elisabeth Post author

      Liebe Felicitas, danke von Herzen für Deine Worte! Ich teile ja so ins Blaue und wenn ich Feedback von anderen bekomme, dann wird es plötzlich ganz bunt! Das ist schön!

  4. Julia - Frau Fuchs

    Ach liebe Elisabeth! Ja genauso! Was meinst Du, wie ich in den letzten Monaten manchmal mit mir gekämpft habe? Mich hinterfragt habe…wie ich dazu käme, jetzt online durchzustarten? Oder wie Leute aus meinem Umfeld sagen: “wie ich es mir anmaßen könnte…?”Zweifel überkamen mich immer wieder und das flaue Gefühl des Ungewissen ist auch immer mal wieder zu Besuch.
    Aber Du weißt es ja: Kopf hoch, Herz offen & Rock´n´Roll. 🙂
    Alles Liebe
    Julia

    1. Elisabeth Post author

      Ach liebe Frau Fuchs! Gerade heute und auch gestern habe ich an Dich gedacht! Und unser bevorstehendes Telefon-Date, denn mittlerweile bin ich schon gut angekommen und stecke meine Nase wieder in andere Dinge, als unsere 100 Umzugskartons! Ja, ich freue mich, Dich jetzt an meiner Seite zu wissen – als Mit-Coachin, Mit-Finderin von Berufungen und Talenten und Mit-Liebende auf dieser tollen Erdkugel. Danke, dass Du durchstartest! Raus aus dem Fuchsbau. Es duftet so gut hier draußen.

  5. Andrea

    Das ist ganz wunderbar geschrieben – ich habe deine Zeilen mit einem lächeln gelesen…und tu es immer noch 🙂 So ist es wirklich, danke dir für die klaren Worte und Gedanken. Love it!

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